TAUSEND MELONEN BLÜTEN

es scheint als würde ein riesiger apparat in bewegung gesetzt. die schwersten einheiten kommen dabei am langsamsten ins rollen. streben in alle fünf richtungen und fühlen sich wie fünf sorten büchsenfleisch.

dabei ist es ein kleines was die grossen dinge verändert. du wirst vielleicht einen unglaublich guten tag erwischen und mit schier unmöglichen paraden die gegnerischen angreifer zu immer höheren anstrengungen, zur verzweiflung und in die knie zwingen.

du schälst dich aus deinen trägern.

die sitz, satz und rutschknöpfe geöffnet. die finger suchen blindlings die lackierten holzborsteln auf dem rücken, die in jedem nachtflug sicher angesteuert werden können: lange striemen gebirgig über blassrosa zarten ebenen. lösen sie bis unter die achselhöhlen heraus und ziehen die klebeteile ab. ein ebenso kurzer schmerz und der trichter ist entfernt. über die kontaktstellen etwas anheber, aber nur ein paar tropfen aus dem perlmuttränenbesetzten flacon, das genügt.

warten, dass sich seidiger glanz einstellt, ein hauichdünner film, aber wo sonst, wenn nicht an der oberfläche?

für die festigkeit ist die höhe des pressdruckes entscheidend, nicht die dauer.

am besten auszudrücken durch sieben trotteln echter art an die straff gespannten abstanzer, die den stoff deines kleides ordnen, und mit einem kühnen spann den schritt in die tangente verlängert. du wählst zwölf brüste von denen jede siebte mit einem giftigen stachel versehen ist, und um den hals einen federschmuck aus zwölftausend kawaafedern.

nilpferdgrüne farben sind richtig für dich. das lässt sich sogar abschlecken und schmeckt nach erdbeer oder kirsch. an das ende des nilpferdes schliesslich einen echten hopp! klappverschluss gehängt, dass nur ein kleiner, weisser stummel daraus hervorschauen kann und den überstehenden rest an einem hauchdünn vergoldeten und dreifach elektronisch überprüften kettchen von dem ärmellosen bordcräcker in die rechte herztasche geführt, dass es gut ist, wohl sein kann, hin und her im spiegel, weich und zärtlich.

das ist so schön warm, am schönsten kommt es gegen den strich.

heb den schleyer.

zeig der welt dein gesicht.

du wachst auf inmitten von tausend melonen blüten, roten, gelben, blauen blüten und du weißt nicht ob du wach bist oder träumst oder was mit dir los ist.

du hörst die musik, die zu dir kommt und schläfst weiter. aber jetzt fängst du an zu träumen: du wohnst in einem blütenkelch und unter freiem himmel.

alle türen öffnen sich.

alle herzen werden zu gärten.

du meinst die tür geht auf und jemand kommt herein und weil du niemand hörst denkst du es ist schon hier im zimmer, aber niemand zu sehehn, denn die blumen verdecken alles und du bist allein mit tausend melonen blüten.

das scheint direkt aus dem herzen herauszuwachsen wie wenn einen geschickte hände abtasten, so schnell und die uhr läuft jetzt, dass man innerhalb dreissig sekunden nicht alle erreichbaren stromquellen, wasserbeutel, blumenvasen, müslibüchsen, joghurtbecher erreichen, füllen und eine ganze welt damit ausmalen könnte.

aber das macht gar nichts, das geht weiter, immer weiter. das lässt sich nicht einfach abstellen indem man taschentücher in die steckdosen stopft oder die nägel festklebt.

das füllt unaufhörlich weiter, hat keinen ton noch ein ende.

genaugenommen stecken die wackelkontakte in den wänden. auch wenn die sachen namen haben,süden, osten usw. heissen und oben und unten machen.

sie stecken als kleine risse in den blasen deiner ohren, umspülen die felsigen klippen darauf deine fantasie gekettet, und du kannst es nur ertragen immer wieder von einem unaufhörlichen drang an das ufer getrieben, stundenlang hinauszustarren, weil es rot ist, dahinter zu spüren wie das warme wasser in die kanäle fliesst und das dürstende land netzt, wo es bald in hülle und für jeden guten tag geben wird.

es gibt also keinen grund, denkst du, aber du bist noch nicht richtig dort. du weinst: auch die tränen kommen von innen, von tief drunten sogar, leben vom trost.

unterwegs bleibt ein kurzer schmerz, bleibt liegen bis es jemand auf den treppenstufen deiner erinnerung auslöscht, im lauf des tages nimmt oder sich womöglich selbst vernichtet.

dir bleibt etwas viel schöneres:

WIR-WERDEN-MENSCHEN-SEIN!