DAS WEITE SUCHEN

du bist da.

du bist dort.

deine gedanken ruhen, denn sie tauchen den vertrauten schrecken in ein mildes licht, hängen matt unter den grashalmen und können nicht hüpfen, bevor die sonne sie wärmt.

sie kommen von der erdabgewandten seite des mondes, im schosse der dunkelheit von schwarzgeflügelter nacht gelegt.

doch schon zerreissen die wolkendecken schonungslos gewaltig, viereckige kreise, in zeitlupe zerplatzende luftballons.

das federbett ächzt und quietscht.

die vögel die darin geruht, schreiben es bereits an die allergrösste wand. niemand weiss was es zu bedeuten hat: sie jagen wolken.

dann ein gesicht.

ein gesicht, das dich nicht ansieht, obwohl das ganze gewicht des lichtes auf ihm liegt, die sterne, nimmermüd vom funkeln durch dieses undurchdringliche gedämmer, darin ertrinken und dann viel herrlicher, wahrer und klarer durch das universum strahlen als erwachen sie aus einem wunschlos glücklichen traume, dessen erfüllung die leichteste und zugleich prickelndste sache der welt sei.

so entledigst du dich deiner verkleidung, treibst nach der aufgehenden sonne, machst platz für schmälste windchen in den noch nächtigenden strassen zu wirbeln, und die launigsten luftbrocken tanzen zur kür über den schatten der häuser hin, und her.

blätter, die von diesem wind verwehen, kehren gleichklang von dreiblatthornen, schreiben mit binsen und dolodengräsern in die frischen brisen, zerstreuen die pracht der sesamkräuter und gleichährige seggensamen über die wiesen landwärts.

über uns das zwitschern der vögel wie fröhliches gelächter.

über das morgendliche wanderfeld und die vögel breitet sich nebel.

zusätzlich knoblauchknollen, riesenrettiche, kamillenstrünke, häufchen von eindimensionalen und früchte vopn unreifem, weil durchsichtigen format.

wird das gegengift ausreichen?

zuckersüsse wiegt den himmel.

die futtervögel miauen nach frass.

herrenlose kätzchen trommeln gegen die vogelhäuschen. ein sehr liebliches karamelbonbonrot spendet gnadenlosen schein. hier beginnt das freie land. es geht sanft hinunter. kein lüftlein reht sich, reibt das knisternde gefieder. eine wundersame heiterkeit nimmt deine seele ein und gleitet gleich dem lautlosen gesang des ersten gebets mit den wandernden sanddünen.

so treibt's ins freie!