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BLÜHENDE JUGEND

Eine andere Frau setzt sich in der Ubahn in die freie Ecke. Ich habe es noch nie mit einer anderen Frau gemacht.

Im Nu sind beide von einer riesigen Menschenmenge umringt.

Ein schönes Bild: Du löst dich aus der Gruppe der Wartenden mit deinem schlecht sitzenden Haarteil, gehst auf meine Gruppe zu, aus der sich ebenfalls ein schlecht sitzendes Haarteil löst.

Immerhin, ich habe riesiges Glück gehabt, ich habe dich einmal gesehen.

So sitze und teile die Einsamkeit, den köstlichsten Balsam deines Herzens über die Dinge, die dein Körper kennt und sieht, von denen ich nichts weiss.

Es ist als wären wir zei Gehirne in einer Nährlösung und dächten uns Körper wie wir wollten. Der Leib, unser gemeinsamer Leib, verwandelt sich in einen Bildschirm auf dem die Abenteuer in der Tiefsee, im Innern der Erde und aus dem grenzenlosen Weltraum übertragen werden können.

In wilden Schlägen dröhnt es aus einem Loch in der linken Herzklappe. Wie das wackelt und schäppert wie ein richtiges Orchester.

Nur zum Spass ein bisschen in diesem Körper herumrumpeln. In dieser Hülle, aushilfsweise.

Deine helle Haut besitzt das kühle Funkeln des Mondsteins und der Blick deiner in viel weiter entfernteren Welten versunkenen Augen strahlt mit der Reinheit von Diamanten so wie Mondkälbchen.

So einfach ist das, wenn man weiss, wenn man weiss, was für einen Strich was hat. Dann wachsen Hände und Taschen aus einem warmen Leib. Es ist ein warmer Leib, der dir fremd bleiben muss.

Da nützt es auch nichts mit dem Finger in dieser herumzupoppeln. Einem habe ich deshalb die Augen ausgestochen, einem anderen das Maul zugenäht.

Langsam entsteht eine genaue Karte. Aus den tausenden von Einzelinformationen formt sich ein prächtiges Mosaik, der Schaltplan, wie du funktionierst. Eine Starkstrombrücke vom rechten Ohr rein, raus, desto mehr im Kreise herum wie dein Kopf breiter wird zwischen meinen Schenkeln und aufgeht wie Hefeteig.

Du fühlst dem nach und richtig ist da eine kleine Mulde, eine Verknotung. Du kannst solange über diese Stelle fahren bis die allerletzte Verdickung gelockert, die allerfeinste Unebenheit ausgeknotet ist und wilde winzige Zwerge ziehen dann aus die Schätze zu bergen.

Was für eine Show für ewin lächerliches Stück Wärme im Kampf gegen meine Kälte. Reizend schaust du nur auf, wenn deine Flucht gesichert ist, wenn du dieses Gefühl zurückgelassen hast, du musst aufhören, weitermachen, ein Nullsummenspiel.

Ich hänge mir dieses Schild um, stecke diesen Zettel in mein Maul. Kannst du die P3 - Norm erfüllen?

Du nimmst die roten Figuren und tust so als siehst du nichts. Als wärst du so kalt, dass du um durch um dich schlagen warm zu werden, die Wände zum Wackeln bringen müsstest.

Du magst lächeln voller Gift und Galle und bei dem Klang deiner Worte mögen sich mir die Gedärme verschliessen, doch wenn du mir wirklich in die Augen schaust wirst du sehen, sind alle Türen geöffnet, alle Tore auf.

Wir gehen aufeinander zu.

Sehen uns tief in die Augen.

Es ist eigentlich traurig.

Die grossen Augen sehen mich so starr an, wenn sie etwas nicht verstehen.

Auf den ersten Blick ist etwas Schönes oder Interessantes in deinem Blick nicht auszumachen. Nichts, was mich irgendwie anziehen könnte. Erst später entdecke ich, dass etwas zwischen den Augen liegen muss, im Traum.

Hört aber vor Beginn des schwieligen Nasenkegels wieder auf und verteilt sich so diffus an den Rändern, dass auf jede Seite wenigstens eine Kleinigkeit kommt. Dazu die Augenbrauenwälder, nach süssem Regen, über ausgewaschene Gräben in dieses poröse Gestein gegraben als lagern hinter den Mauern bis heute unentdeckte, dabei höchst wichtige Dokumente.

Malst dir wieder einen Himmel darüber, der sich im Verlaufe der Entwicklung deines Gesichtes von der gemeinsamen Geschichte der übrigen Gesichtsteile gelöst hatte, dem unglücklichen Expansionsdrang folgte, nurmehr als Fluchtpunkt deines silbernen Königsblickes (der weite Schnitt, der ober- und unterhalb der Iris das Weisse in deinen Augen sehen lässt) eine Fluchtlinie bildet, hinter der ich mich in Sicherheit bringen möchte.

Ich sehe deine Augen in denen ich alles lesen kann, wenn ich es will. Am Ende kannst du nichts anderes dagegen tun als irgendwie handdgreiflich zu werden gegen irgendwas, irgendwen, denn ich werde es ddir nie und nimmer jemals sagen.

Dein Gesicht leuchtet nicht mehr, ddie Farben sind stumpf, Bruder. Dein Teint zerlöchert, deine Brüste aus Watte. In dem abnehmenden Licht fällt gar wenig auf diese Platte: mein kleines starkes Mädchen, hör mir zu.

Ich erzähle eine Geschichte von Orten,, wo man mit dem Wind redet. Ich habe immer noch die Zeitung in der Hand als du kommst, hebe den Kopf, bäume meine Zunge.

Ich stelle mich auf die Zehenspitzen.

Über deinen runden Arsch spannt der dünne Stoff und weil du dich dabei bücken musst, klingt die grosse Trommel dumpf.

Du ziehst die Hose über deinen Wanst. Die Taschen beulen links und rechts. Du siehstmicch an mit halbgefüllten Maultaschen.

Mein Gesicht listig als du deine Augen schliesst.

Lässt keine Zweifel an uns heran: du beugst dich hinunter.

Ich habe die Augen geschlossen und fülle den Becher. Du setzt ab, schluckst lange an diesem Kuss hinunter.

Wir halten uns an den Ohren, schütteln die Köpfe bis sie rot anlaufen und schlecken die Gesichter ab. Es sind nicht nur unsere Fleische, die sich berühren.

Da bin ich aber froh, dass ich dir das nicht zu erzählen brauche, denn du liegst ja neben mir. Ich wünsche, dass du nnie mehr aufwachen mögest, denn du bist der allerschönste Traum von mir.

Du drehst dich jedoch vor der Zeit um und ich kann nichts behalten, schon vergessen?

Die Finger gehen kreisend um ein Schlüsselbund in der Hosentasche.

So etwas habe ich noch nie gesehen.

Während du nun nervöser undd nervöser wirst, deine Bewegungen immer zerfahrener, deine Taschen durchsuchst, die Oberen, dann die Unteren, die Hinteren und die Vordderen, schliesslich wieder bei den Äussersten, dden Engsten anlangst, aber nirgends das findest, was du suchst, bis alles herunterfällt.

Du kommst an und wirfst dich auf die Erde, taumelst, benommen von diesem Glück, den Mund voll wunderbarer Erde, küsst die Füsse auf denen du stehst: Du hast es entdeckt!

Ich schaue weg. Hoffentlich erkennst du mich auch nicht.